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Humanismus für heute: Kommentare zur Zeit

„Vermummung ist eine Aufmachung, die geeignet und den Umständen nach darauf gerichtet ist, die Feststellung der Identität der/s Vermummten zu verhindern“ (§ 125 II Nr. 2 StGB).

Es gibt keine einzige Stelle im heiligem Buch der Moslems, dem Koran, wo geregelt und ausdrücklich formuliert ist, dass Frauen nur bis auf einen Sehschlitz vermummt, in der Öffentlichkeit auftreten dürfen. Die in Frage kommende Sure 24 verlangt, sich vor Unkeuschem zu bewahren und die Reize nicht zur Schau zu stellen.

Alle anderen und kleinlicheren Auslegungen, sind nicht substantiell, lediglich Verirrungen einiger weniger muslimischer Koraninterpreten. Deswegen sind weder Burka (Ganzkörperumhang mit vergittertem Augenschlitz) noch Niqab (Ganzkörperverhüllung mit freiem Sehschlitz) zwingend für eine ungehinderte Religionsausübung.

Wenn eloquente Rechtsausleger jedoch von einer an sich falschen Grundannahme ausgehen, verirren sie sich ebenso und lassen sich dümmlich für Religionsfreiheit vereinnahmen.

Vermummung ist immer ein martialisches Erscheinungsbild, bei Spezialeinsatzkräften während der Terrorbekämpfung, bei Fußballhooligans im Stadion, bei TTIP-Gegnern auf der Straße und bei Niqab-Trägerinnen im Kaufhaus.

So empfindet das Euer Erzhumanist

 

Wenn einer (Jan Böhmermann) von einem anderen (Recep T. Erdogan) behauptet, „Du hast einen kleinen Pimmel“, ist das dann: 1. eine Satire? 2. eine Beleidigung? oder 3. eine Erkenntnis aus einer intimen Beziehung?

Wir wissen nicht genau, was den persönlich Erstgenannten tatsächlich bewogen hat, seine Gedanken öffentlich zu machen – und das auch noch in öffentlich-rechtlichen Medien.
Wir wissen auch nicht, ob die gemachten Äußerungen den Tatsachen entsprechen. Das könnte nur ein rechtlich-öffentlich bestellter Sachverständiger feststellen. Doch was ist „groß“ und was ist „klein“?

Klein ist, wenn man einem ausländischen Staatsmann, dem ich nicht das Etikett „lupenreiner Demokrat“ unterschieben möchte, mit Argumentationen an den Leib geht, die höchstens noch bei jugendlichen Pöbeleien einen gewissen Effekt erzielen.

Groß ist ein Staatsmann, wenn er in seinem Land Meinungs- und Pressefreiheit uneingeschränkt zulässt und beides befördert; seine Religion nicht als das Allheilmittel vergöttert und andere Weltanschauungen und Ansichten einfach hinnimmt.

Das Leben würde besser gelingen, wenn beide sich mehr Mühe gäben.

Euer Erzhumanist

Zur Mittagstunde dringen zwei angebliche Moslems in die Redaktionsräume der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ ein und erschießen zehn Redakteure, um Beleidigungen an ihrem Propheten Mohammed zu rächen.

Religionen dürfen für sich und ihre Gläubigen festlegen, was ihnen heilig ist.

Demokratische Staaten legen fest, welche Gesetze gelten und was Straftaten sind. Soweit ist doch alles klar. In Deutschland, wie in Europa allgemein, ist das Töten von Menschen Mord. Mord bleibt Mord, unabhängig von Glauben und Religion.

Keine Religion hat das Recht, ihre „heiligen“ Angelegenheiten und Denkweisen für allgemein verbindlich zu erklären. Religionen versuchen immer wieder durchzusetzen, dass ihr Glaube oder einzelne Teile davon „heilig“ und deshalb für die demokratische Gesetzgebung unantastbar sind. Das letzte Beispiel in Deutschland ist die Straflosigkeit bei Körperverletzung, sprich: Beschneidung.

Ich bin nicht Charlie und ich verdiene nicht mein Geld mit Satire und mit feinem Spott. Ich bin aber dafür, dass „Charlie Hebdo“ das ungehindert weiterhin darf. Ich bin gegen alle Religionen und deren Absolutheitsansprüchen. Ich will deren Einfluss zurückdrängen.

Ich will mehr als Charlie.

Euer Erzhumanist

Sachsens Ministerpräsident St. Tillich hat mit einer Äußerung über die Ablehnung von Flüchtlingen im seinem Bundesland aufhorchen lassen. Es gäbe im Freistaat Sachsen nur noch einen kleinen Teil von Menschen, die sich von christlichen Grundwerten leiten ließen.

Das ist primitives, einfaches Denken, mit einfacher Botschaft: Christlich = menschenfreundlich; nicht-christlich = menschenunfreundlich; für Ausländer = christlich, gegen Ausländer = atheistisch.

Da hatten die letzten Ereignisse aus dem benachbarten Freistaat Bayern den Ministerpräsidenten Tillich noch nicht erreicht. Im wirklich christlich-katholischen Bayern, im Städtchen Zorneding, wird der dunkelhäutige Priester Olivier Ndjimbi-Tschiende von tapferen Bürgern, angeführt von fleißigen CSU-Kommunalpolitikern aus dem Ort geekelt.

Auch ohne genaue Recherche dürfte die tatsächliche Zahl von Christen in Zorneding über 90% liegen. Deswegen muss den Äußerungen von St. Tillich widersprochen werden. Ausländerfeindliches Verhalten oder gar Rassismus werden selbst durch christliche Glaubenskrieger praktiziert.

Und primitive Schuldzuweisungen machen selbst vor einem christlich-demokratischen Ministerpräsidenten nicht Halt,

meint euer Erz-Humanist

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat in diesen Tagen einer klagenden Mutter in Baden-Württemberg bescheinigt, dass es kein Anrecht auf ein staatliches Unterrichtsfach „Ethik“ geben kann. Enttäuschung bei der Klägerin und bei Klageunterstützern. Eine Illusion wurde zu Grabe getragen, weil die tatsächlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen des Grundgesetzes keinen anderen Raum lassen.

 

Genau deswegen sollte niemand seine Visionen einer vernünftigeren Zukunft aufgeben.

 

Der Unterschied zwischen Illusion und Vision ist klein, aber gemein: Die einen leben aktuell neben der Spur, die anderen haben ein Gespür für zukünftige Möglichkeiten. Das ist ein feiner, jedoch gewaltiger Unterschied, der offenkundig nicht jedem zugänglich ist.

 

„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“, so wird Alt-Kanzler Helmut Schmidt gern zitiert. Wahrscheinlich meinte er aber, wer Illusionen hat.

Den Unterschied zwischen Illusion und Vision sollten Menschen zu Ostern bei den Auferstehungsgottesdiensten sorgsam bedenken.

 

Euer Erzhumanist