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Lebenskunde

Neulich verbreitete das NRW-Schulministerium in einer Presserklärung: „Kulturelle Vielfalt ist Normalität an unseren Schulen. Schülerinnen und Schüler mit und ohne Konfession und unterschiedlichen Glaubens lernen und leben zusammen. Je mehr die Kinder und Jugendlichen übereinander wissen, desto besser gelingt das Zusammenleben und desto fester ist der Boden, auf dem eine demokratische Schulkultur im Sinne des Humanismus, der Aufklärung und der Menschenrechte wachsen kann.“

In Berlin und Brandenburg z.B. erfüllt seit Jahren ein integrativer Ethikunterricht für alle Schüler/innen diese Idee der gemeinsamen Wertebildung. Im „Berliner Modell“ können die Schüler/innen freiwillig zusätzlich ein wertebildendes Unterrichtsfach je nach Bekenntnis- oder Religionszugehörigkeit wählen – so auch die „Humanistische Lebenskunde“.

Anlässlich einer Einladung der katholischen Schulministerin in NRW, Sylivia Löhrmann, hatten sich allerdings die Kirchen- und Religionsvertreter gegenseitig etwas anderes versichert: „Der staatlich verantwortete Religionsunterricht ist somit auch ein wesentlicher Beitrag zur ethischen Bildung junger Menschen. Er trägt dazu bei, dass sie die Kompetenz erwerben, ihr Leben auch in der Verantwortung für andere und für das gesellschaftliche Miteinander zu gestalten.“ In ihrer „Gemeinsame Erklärung zum Religionsunterricht in NRW“ stellten sie immerhin fest, dass „in der Geschichte der Menschheit immer wieder auch Krieg, Unterdrückung und Mord durch Religion begründet worden [ist]. Dies geschah auch im Namen des Christentums.

_DSC9038 - Kopie Bildquelle: MSW NRW

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Pressemitteilung des HVD NRW vom 17.04.2014

Gleichbehandlung konfessionsfreier Menschen konsequent umsetzen!

 

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, zum Anspruch auf Ethikunterricht ab der 1. Klasse, zeigt, dass es umso dringlicher ist sich weiter für die Schaffung von wertebildenden Angeboten für konfessionsfreie Menschen einzusetzen, damit die schulische Praxis endlich der Realität angepasst wird.

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Pressemitteilung des Humanistischen Verbands NRW K.d.ö.R.

Dortmund, den 14.01.2014

 

Am heutigen Dienstag, den 14.01.2014 sollte das OVG Münster über die Einführung von Lebenskunde in NRW entscheiden. Es sollte ein wichtiger Schritt für die Gleichstellung nichtreligiöser Menschen in Deutschland sein. Der Humanistische Verband NRW hat diese Klage, auf Anraten des Gerichts zurückgezogen, da nicht die Frage der Gleichbehandlung von Weltanschauungs- und Religionsgemeinschaften behandelt wurde, sondern praktische Fragen zu Mitgliedszahlen von Kindern beim HVD NRW im Vordergrund standen.

Bereits 2007 beantragte der Humanistische Verband die Einführung des Unterrichts in NRW. Dieser Antrag wurde vom Schulministerium abgelehnt. Auch das Verwaltungsgericht Düsseldorf entschied vier Jahre später gegen die Einführung mit der Begründung, dass Religionsunterricht gegenüber weltanschaulichen Alternativfächern durch das Grundgesetz privilegiert sei.

 

Vor dem Verfahren wurden dem Humanistischen Verband gute Chancen eingeräumt, da durch Artikel 140 GG in Verbindung mit Art. 137 der Weimarer Reichsverfassung festgeschrieben ist, dass Religionsgemeinschaften und nichtreligiöse Weltanschauungsgemeinschaften gleichbehandelt werden müssen.

 

Zu unserem Bedauern beschäftigte sich das OVG mit der Frage der Gleichbehandlung nicht, sondern wollte durch Mitgliedszahlen von Kindern unter 10 Jahren beim Humanistischen Verband NRW belegt haben, dass genügend Schüler zur Teilnahme verpflichtet wären. Dies stellt eine technische Frage dar, die am eigentlichen Sachverhalt vorbei geht“ so Jürgen Springfeld, Präsident des Humanistischen Verbands NRW. Mitglied des Verbandes können nur religionsmündige Personen ab 14 Jahren sein. Humanist im Sinne der Weltanschauung des Humanistischen Verbands NRW wird nur, wer dies selbständig für sich erklären kann.

Des Weiteren stellt humanistische Lebenskunde ein wertebildendes Fach für alle Menschen unabhängig der Konfession oder Religion dar. In Berlin und Brandenburg besuchen bereits etwa 55000 Schüler Humanistische Lebenskunde. Es hat sich damit in den letzten Jahren zu einem Erfolgsmodell entwickelt, das Wertebildung in einer sich zunehmend säkularen Gesellschaft ermöglicht.

Viele, besonders konfessionslose Menschen in NRW, erhofften sich durch dieses Urteil einen wichtigen Schritt für die Gleichbehandlung ihrer Interessen. Eine Wertebildung für Kinder nichtreligiöser Menschen ist daher in NRW derzeit immer noch nicht möglich.

 Berlin

Kampf für Religionsunterricht

VON EVA QUADBECK

(RP) Berliner Bürger sammeln derzeit eifrig Unterschriften für ein Volksbegehren. Sie wünschen, dass Religion oder wahlweise Ethik Pflichtfach an den Schulen wird. SPD, Linke und Grüne sind dagegen.

In Berlin kämpft ein kleiner, aber rühriger Verein für ein Schulfach, das in anderen Bundesländern selbstverständlich ist: Religionsunterricht. Der rot-rote Senat in der Stadt hatte das Fach Ethik 2006 zum Pflichtfach ab der siebten Klasse erklärt. Seitdem wird der Religionsunterricht zum freiwilligen Zusatzfach verdrängt.

Immer mehr Schüler, die aufgrund des Abiturs nach zwölf Jahren ohnehin einen vollgepackten Stundenplan haben, verabschieden sich somit vom Bekenntnisunterricht. „Die Teilnehmerzahlen zum Religionsunterricht belegen deutlich den Zusammenhang zwischen Einführung eines staatlichen Monopolfaches für Wertevermittlung und der Zurückdrängung des Religionsunterrichts“, sagt Heike Krohn, Sprecherin der Evangelischen Kirche Berlin. Der Anteil der Schüler am evangelischen Religionsunterricht in der siebten Klasse ist innerhalb von zwei Jahren von 34 auf 26 Prozent geschrumpft.

Der Verein Pro Reli sammelt seit Ende September bei den Berlinern Unterschriften für sein Anliegen, ein Wahlpflichtfach Religion/Ethik einzuführen. Wenn bis Ende Januar 170 000 Bürgerinnen und Bürger unterschrieben haben, kommt es zum Volksbegehren. Ein knappes Drittel ist schon geschafft.

„Wir leben in einer Gesellschaft, in der Religion wieder zunehmend eine Rolle spielt“, sagt Christoph Lehmann, Vorsitzender von Pro Reli. Religiosität müsse mit Wissen verbunden werden, betont der vierfache Vater. „Denn wer wenig weiß, neigt dazu, sich zu radikalisieren. Jeder sollte sich darüber Gedanken machen, wo er herkommt und wo er hin möchte.“

Der Verein kämpft nicht nur für die Christen in der Stadt. Mit im Boot sind auch die Jüdische Gemeinde und muslimische Verbände. Der Religionsunterricht soll nach Vorstellung von Pro Reli nicht nur von den anerkannten Glaubensgemeinschaften, sondern auch vom Humanistischen Verband angeboten werden können.

Der Humanistische Verband spielt bereits heute eine große Rolle in der Hauptstadt. An den Grundschulen, in denen bis zur sechsten Klasse unterrichtet wird, können die Eltern in der Regel wählen, ob ihr Kind an evangelischer, katholischer Religion oder am Fach Lebenskunde teilnimmt. Von den Grundschülern erhalten heute rund 54 000 Kinder evangelischen Religionsunterricht, rund 25 000 nehmen am katholischen teil. Weitere rund 45 000 Kinder werden von den Humanisten unterrichtet. Da der Religionsunterricht in Berlin aber nicht zum offiziellen Fächerkanon gehört, werden die Leistungen der Schüler zwar dokumentiert, er ist aber für eine Versetzung nicht ausschlaggebend.

Während in Berlin die Kirchen und die CDU für Religionsunterricht kämpfen, wollen SPD, Linke und Grüne sowie der Humanisten-Verband die aktuelle Regelung beibehalten. Von Seiten des Senats hieß es: „Bildungssenator Jürgen Zöllner hält das gemeinsame Fach Ethik ab Klassenstufe 7 in einer Großstadt wie Berlin mit vielen Religionen und Kulturen für durchaus einen guten Weg, weil Schülerinnen und Schüler hier gemeinsam ethische Fragen besprechen.“

Sollte es dem Verein Pro Reli gelingen, die nötige Zahl an Unterschriften zu sammeln, werden die Berliner an die Wahlurnen gebeten. Die Abstimmung könnte gemeinsam mit der Europa-Wahl am 7. Juni stattfinden. Damit das Anliegen Gesetz wird, benötigt die Initiative 600 000 Ja-Stimmen. Im Erfolgsfall wäre der Berliner Senat gezwungen, bereits ab dem nächsten Schuljahr das Wahlpflichtfach Religion/Ethik an den öffentlichen Schulen für alle Jahrgangsstufen einzuführen.

Am 31.10.2008 in der "Rheinischen Post" erschienen